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Chronik

Bereits 1937 trafen sich regelmäßig einige passionierte Sportfischer, um ihrer Leidenschaft, das Angeln, nachzugehen. Der Grundgedanke, einen Angelsportverein in Ludwigsburg, wurde am  9. Januar 1938 in die Tat umgesetzt.
Im Gasthof Zum Elefanten   wurde von 13 Gründungsmitgliedern PAUL KLINGER
zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Gegen eine Entschädigung von 450,- Reichsmark hat der junge Verein von der Stadt Ludwigsburg das Fischereirecht für den Monrepos-See erwerben können.
Dieser Pachtvertrag wurde vorerst auf 3 Jahre abgeschlossen. Von diesem Zeitpunkt  bewirtschaftet  der Sportfischerverein Ludwigsburg den Monrepos-See im 75-sten Jahr. Der damals junge Verein  wurde mit einer Vielzahl von Gewässer- und Reinhaltungsproblemen konfrontiert, um  ihn ökologisch und ökonomisch urbar werden zu lassen, was den Gründungsvätern auch mit Bravur gelang.

Im November 1938 gab sich der neugegründete Verein eine Satzung, die in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung einstimmig angenommen wurde.
Unter dem Namen Sportfischerverein Ludwigsburg e. V. wurde er ins Vereinsregister eingetragen und trat gleichzeitig dem Landesfischerei-Verband bei.

Dezember 1938 kam als weiteres Gewässer  der alte Neckar vom Geisinger Rang bis zum Kleiningersheimer Wehr  durch Pacht dazu.
Damals zierten ihn noch die herrlichsten Seerosenfelder und das Wasser war glasklar.

Rapide stieg die Mitgliederzahl auf 42 Angler an. Doch bei Ausbruch des 2. Weltkrieges  1939  wurden einige Kameraden zur Wehrmacht einberufen, unter anderen auch der  1.Vorsitzende   
Paul Klinger.  Seine Aufgaben übernahm bis zum Kriegsende  Hans Kostomay, der wiederum von Fritz Krack abgelöst wurde. Mithilfe seiner  guten  Beziehungen zu amerikanischen Dienststellen, konnte im Herbst 1946 der erste Fischbesatz nach Kriegsende im Monrepos-See vorgenommen werden.

1947 wurde der Landesfischerverband Nordwürttemberg-Baden gegründet, mit dem Hauptanliegen eines Neuaufbau des Fischbestandes in Seen und Flüssen, sowie der Kampf gegen Verlandung und Verschmutzung der Gewässer.

1948 konnte die damals noch saubere und fischreiche Glems auf Markung Schwieberdingen von der Hofkammer dazu gepachtet werden. Bereits 1951 war die Glems durch rasch zunehmende Verschmutzung biologisch ein totes Gewässer. 
An diesem Zustand hat sich bis zum heutigen Tag nicht viel geändert.

Aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrt, übernahm der Gründungsvorstand Paul Klinger wieder sein Amt des 1. Vorsitzenden. Unter seiner Leitung konnte im Jahr 1950 die Enz bei Besigheim  angepachtet werden, die sich durch einen guten Aal-, Hecht- und Barbenbestand auszeichnete. Leider wurde zum 15. Juli 1965 dieses Fischwasser vom Verpächter gekündigt.

1951 wurde der Monrepos abgelassen, um den Grund mit Düngekalk und Thomasmehl zu bearbeiten.

Zu der bereits bestehenden Gewässerstrecke, konnte 1952 der Neckar bei Besigheim hinzugepachtet werden.                                                                                                                                                                             Durch einen Pachtvertrag mit der Gemeinde Beihingen im Februar 1953 erhielt der Verein eins der damals schönsten Altwasser des württembergischen Unterlandes. Dieses erstreckte sich inmitten einer herrlichen Naturlandschaft vom Kleiningersheimer Wehr bis 100m über das Beihinger Wehr.

Im Jahr 1955 bahnte sich die erstmals größere Katastrophe über dem alten Neckarbett an, als mit der Inbetriebnahme des Neckarkanals bis Stuttgart bei Niedrigwasser die Wasserzufuhr fast vollständig  versiegte. Die Zweite brachte 1957 die ersten größeren Fischsterben mit sich, durch starke Verschmutzung des Wassers. Durch den Brand der Zuckerfabrik in Stuttgart, flossen Anfang Oktober 1967 große Mengen zuckerhaltiges Löschwasser in den Neckar. Der dadurch verursachte Sauerstoffmangel führte zum bis dahin größten Fischsterben. Rund 6000 Kilogramm Fische fielen der Katastrophe zum Opfer. Es war das 13. Fischsterben seit 1957, wobei insgesamt mehr als 13.500 Kilogramm Fische verendeten. Nur durch jährliche Fischbesätze des Wasser-und Schifffahrtamtes, der Schadensregulierung nach dem Brand der Zuckerfabrik, sowie der zum Teil über die Verpflichtung hinausgehenden Besatzmaßnahmen des Sportfischervereins Ludwigsburg  war es möglich, einen guten Fischbestand wiederherzustellen.

Paul Klinger,  1. Vorsitzender des Sportfischervereins, legte sein Amt aus geschäftlichen Gründen nieder. Sein Nachfolger wurde Richard Schneider, der 1960 vom bisherigen Schriftführer Ernst Günther abgelöst wurde. Damals gab es erhebliche biologische  Probleme im  Monrepos-See zu lösen. Die Armleuchteralge, eine Familie hochorganisierter Grünalgen, die in Seen und Teichen dichte Rasen bildet, vermehrte sich explosionsartig. Dazu kam, dass der hintere See fast völlig verlandete. Durch weit über 700 freiwillige Arbeitsstunden der Mitglieder und einen Kostenaufwand von 1.270,- DM, konnte der vordere See von der Algenplage befreit und der hintere See entschlammt werden.

So manchen Rückschlag musste der Verein im Laufe der Zeit verkraften.
Im Neckar gingen die Fischereirechte in die Verwaltung  der Bundeswasserstraßen über.
Erst am 1. Januar 1965 gelang es ihm das seitherige Wasserrecht der Gemeinde Beihingen vom Wasser-und Schifffahrtsamt Heilbronn zu pachten. 
Durch den  Winter des Jahres 1962/63 erlitt der Verein Verluste am Fischbestand im Monrepos-See in Höhe von 13.000 DM. Die Eisdecke war zum Teil  über 40cm dick und der See war an vielen Stellen bis auf den Grund zugefroren.

Durch die starke Nachfrage und die zunehmende Zahl der Angler,  hielten es die Landesverbände für notwendig, Sportfischerprüfungen nach ausgearbeiteten Richtlinien durchzuführen. 1964 sandte der Verein vier geeignete Kameraden zur Fischereischule Starnberg, um ihre Prüfung als Schulungsleiter abzulegen und bereits 1965 führte der Verein die erste Sportfischerprüfung durch. 
Außer bei Kindern und  Jugendlichen ist sie heute Bedingung zur Aufnahme in den Verein. 

Die zunehmenden Arbeiten um den Monrepos-See  ließ beim Vorstand  den Wunsch aufkommen, eine Fischerhütte mit Geräteraum zu bauen.  1965 erhielten die Kameraden die Genehmigung durch die Baurechtsbehörde der Stadt Ludwigsburg. 
Mit tatkräftiger Hilfe der Mitglieder konnte unsere erste Fischerhütte erstellt werden.   

Der plötzliche Tod des 1. Vorsitzenden Ernst Günther überschattete die Hauptversammlung am 09.01.1966. Der bisherige Protokollführer Oskar Müller ist zu seinem Nachfolger gewählt worden, der kein leichtes Amt antrat. Im Frühjahr 1967 richteten  schwere Frühjahrsstürme großen Schaden am Monrepos-See an.  Um die entwurzelten Bäume und abgebrochenen Äste zu entfernen, leisteten die Mitglieder  über 1950 freiwillige Arbeitsstunden und 1.200,- DM zusätzliche Unkosten hatte der Verein zu tragen. In dieses Jahr fiel auch das bereits erwähnte Fischsterben im Neckar, dessen gerichtliche Schadensregulierung sich über Jahre hinzog.

Auf 30 Jahre Vereinsgeschichte blickte der Verein am  09. Januar 1968 zurück.
Dieses Jubiläum  wurde  am 09. November 1968 mit einem großen Festprogramm, Tombola und Tanz im Bahnhotel Ludwigsburg gefeiert.   

Mit einem Kostenaufwand von  5.893,- DM wurde der stark verlandete hintere Teil des Monrepos-See s von November  1970 bis Januar 1971 ausgebaggert.  Dabei leisteten die Mitglieder wieder unzählige freiwillige Arbeitsstunden.

In der Absicht ein Fischwasser anzulegen, erwarb 1971 die damalige Vorstandschaft ein Grundstück in Unterdeufstetten. Leider musste dieses Projekt wieder fallengelassen werden, da die Kosten nach dem bereits  4. erfolglosen Baugesuch auf eine ¼ Million Mark anstiegen war. 
Das Grundstück Unterdeufstetten befindet sich heute nicht mehr im Besitz des SFV-Ludwigsburg.   

Die Jahreshauptversammlung 1972 brachte den Verein in eine schwere Krise. Fast die gesamte Vorstandschaft trat, nach Verlesung des Jahresberichtes durch den 1. Vorsitzenden, zurück.  Niemand erklärte sich bereit die Vereinsführung zu übernehmen, bis sich Hans-Rainer Würfel zur Verfügung stellte und mit überwiegender Mehrheit zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt wurde, dessen Amt er noch bis zum heutigen Tag bekleidet. Er war damals gerade erst  21 Jahre alt!

Auf der ständigen Suche nach neuen Gewässern, führte es 1973 den SFV nach Ulm, dort stand der Hasensee zum Verkauf. Mit dem Verkäufer konnte nach langwierigen Verhandlungen auch ein Finanzierungsplan ausgehandelt werden, doch zur Abdeckung der benötigten Mittel war eine drastische Erhöhung des Mitgliedsbeitrages unvermeidlich. 
Somit nahm die Jahreshauptversammlung im Frühjahr 1974 einen dramatischen Verlauf. Rund die Hälfte der Mitglieder verließ vorzeitig die Versammlung. Von der Mehrzahl der noch anwesenden Mitglieder wurde der Ankauf und die damit verbundene Beitragserhöhung in namentlicher Abstimmung beschlossen. Plötzlich verstarb durch einen tragischen Unfall der Besitzer des Hasensees und seine Erben waren nicht bereit, die ausgehandelten Verkaufsbedingungen zu übernehmen, woran letztlich der beabsichtigte  Kauf des Sees scheiterte.

Im Dezember 1974 gelang es dem Verein mit der Stadt Heimsheim einen Pachtvertrag über den dortigen Feuersee abzuschließen. Um den total verwachsenen See in einen bewirtschaftsfähigen Zustand zu versetzen kostete es den Mitgliedern einen enormen Arbeitsaufwand. Dieser See diente ausschließlich zur Aufzucht von Raubfischen. Leider wurde der Vertrag seitens der Stadt wieder gekündigt.

Im Herbst 1976 versuchte der Verein der zunehmenden Verschlammung und Verwachsung des Monrepos-See s mit Ablassen des Wassers und einer völligen Entschlammung durch Ausbaggern, entgegenzuwirken. Des Weiteren wurde versucht, durch die Vergrößerung des hinteren Seebereichs die Wasserqualität zu verbessern. Durch verschiedene Verzögerungen konnte der Einsatz der für die Entschlammungsaktion gewonnenen Pioniereinheit der amerikanischen Streitkräfte nicht rechtzeitig erfolgen, somit musste der See im Frühjahr wieder unverrichteter Dinge angestaut werden.

Am 05.10.1977 konnte der Silbersee in Schabringen für 12 Jahre gepachtet werden. Da auf dem umliegenden Geländer ein Freizeitzentrum entstehen sollte und der See weiter ausgebaggert wurde, kam es 1985 zu einer vorzeitigen Auflösung des Pachtvertrages.
                                                                                                                                                                                              Im Frühjahr 1979 erfolgte die völlige Entschlammung des Monrepos-See s und wurde dann wieder eines der schönsten und besten Fischgewässer der ganzen Umgebung.

Zum 01.01. 1984 konnte auf weitere 12 Jahre ein Pachtvertrag für den Monrepos-See abgeschlossen werden und der Kauf  des Mühlweihers in Rechenberg gelang am 11.01. 1984.

1985 wurde ein neuer Pachtvertrag für die Glems auf Markung Schwieberdingen für weitere 12 Jahre abgeschlossen. Dieser Fluss  befindet sich bereits seit 1948 in den Händen des SFV.

1986 kam es zum Abschluss  des Pachtvertrages Enz, Markung Enzweihingen. Dieses Enzstück befindet sich bis zum heutigen  Tag in  der Obhut des SFV-Ludwigsburg.

Am 26.November 1988 beging der Verein seinen 50. Geburtstag. Dieses Jubiläum wurde im Forum in Ludwigsburg mit Musik, Tanz und Tombola gefeiert.

1989 schloß der SFV einen Mietvertrag mit der Hofkammer für die Nutzung des Gesindehauses Monrepos 20. Dieses Gebäude dient dem Verein bis heute als  Fischerstube.
Somit fand die  Holzfischerstube   ihr Ende.

1993 erfolgte der Kauf des Nussersees (10,5 ha) Gemarkung Riedheim  bei Oberelchingen. Nach der von 1995-1997 erfolgten Nachkiesung, entstand daraus eines der  schönsten Angelparadiese, mit schönen Karpfen und großen Hechten und befindet sich noch heute im Besitz des Sportfischervereins.

Der Mühlweiher in Rechenberg (erworben 1984) wurde 1996 verkauft an den ASV Rosenberg.         Mit dessen Erlös und der Kiesnutzung des Nussersees, konnte der Schurrsee I (15 ha) Gemarkung Reisenburg, käuflich erworben werden. Fast zeitgleich wurde ein Pachtvertrag für den Schurrsee II (35 ha) Gemarkung Gundelfingen, unterschrieben. Diese Seen sind heute noch mit die schönsten Gewässer des Vereins.

1999 wurde die Donau auf einer Strecke von 4,5 km auf Gemarkung Offingen durch Pacht  erworben.

Im Jahre 2001 mietet sich der SFV von der Hofkammer das Gebäude Monrepos 3 an. Dieses dient nun als Unterstellmöglichkeit für die Gerätschaften des Vereins und zur Ausführung kleiner Reparaturen.

2002 gelingt der Kauf des Donaufischrechtes Gemarkung Offingen. Auf diesem Donauabschnitt finden die Mitglieder heute noch alle Fische die das Herz begehrt. Über schöne Bachforellen, Spiegel-und Wildkarpfen, bis hin zu kapitalen Hechten und Zandern. Leider werden die Flüsse, ob Neckar, Enz und somit auch die Donau von einer Wallerplage gezeichnet.

2007 erwirbt der SFV noch den Schurrsee III (12 ha) Gemarkung Gundelfingen durch Pacht dazu, er ist besonders als  Raubfischsee unter den Mitgliedern bekannt.

Im Jahre 2009 wurde der Pachtvertrag für die Glems seitens der Gemeinde Schwieberdingen nicht mehr verlängert. Die Glems war seit 1948 Teil des SFV-Ludwigsburg, nun ist sie in die Hände des Sportfischervereins Schwieberdingen übergegangen.

Zur Jahreshauptversammlung am 17.Januar 2010 gab sich der Sportfischerverein eine neue Satzung und wurde von nun an von einem  Präsidium   geführt, das neben dem ersten und zweiten Präsidenten noch aus 3 Geschäftsführern und dem Jugendwart besteht. Dem GF für Finanzen, dem GF für Festivitäten, dem GF für Gewässer. Das erweiterte Präsidium, das sogenannte Gesamtpräsidium ,  besteht  zusätzlich zu den bereits Genannten aus dem Hauptgewässerwart mit seinen Wasserwarten, dem Kassier und dem Schriftführer, sowie den Festwarten und dem Gerätewart. All diese Mitglieder sorgen  für einen reibungslosen Ablauf der Vereinsgeschäfte, der bereits auf über 280 Angler angewachsen ist. Die Satzung wurde mehrheitlich angenommen.

2012 schaute Hans-Rainer Würfel  auf 40 Jahre in seinem Amt als erster Vorsitzender des SFV zurück. Alle Angler danken und ehren ihn für die treue Führung durch sämtliche Höhen und Tiefen, dass er den Verein zu dem gemacht hat, was und wie er heute ist: ein stets aufstrebender Verein mit aktiven, naturverbundenen Mitgliedern, die ihren Anteil zum Thema Fisch- und Naturerhaltung  leisten.

Zur Freude vieler  Enzliebhaber   gelang es dem Vorstand 2012 die Enz auf Gemarkung
Leinfelder Hof/Enzweihingen für weitere 12 Jahre zu pachten. Somit bleibt dem Verein ein ruhiges Fleckchen erhalten, zum Ausspannen und Angeln, mit herrlichen Bachforellen und Wildkarpfen.

Im Januar 2013 blickte der Verein auf 75 Jahre zurück. Am 26. Oktober 2013 feiern wir dieses stolze Jubiläum in der Benninger Gemeindehalle mit Ehrungen, Musik, Tanz und Tombola.

Wir freuen uns auf eine gemeinsame Zukunft, dass stets frischer Schwung den Sportfischerverein belebt und allzeit

                          P e t r i  H e i l